Gaumenschmaus

Presseberichte
Am Weißen Turm Ritter und Gaukler beim Katharinenmarkt

Mittelalterliche Speisen, Ton-und Holzwaren, Gaukler - das alles und viel mehr gibt's seit gestern wieder rund um den Weißen Turm beim Histo-rischen Katharinenmarkt.

Bei der gestrigen Eröffnung gab's Freibier für alle. Heute besucht Till Eulenspiegel von 16 bis 18 Uhr den Markt, morgen um 14 Uhr steigt der gro-ße Umzug mit Pferdegespann und Rittern. Um 17.30 Uhr rundet die Feuershow den Markt ab.
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Foto:
U. DREIER


Harald Welker (45) verkauft am Katharinenmarkt Dinkelsuppe für dreieinhalb Silberling (oder 3,50 Euro)



Mittelalterlicher Markt versetzt in eine andere Welt / Manches Talerchen landet im Weidenkörbchen

Ein Biwak gab es am Wochenendeim Kehler Rheinvorland. Händler, Handwerker und Gaukler »aus dem Mittelalter hatten ihr Lager aufgeschlagen, um auf der Gartenschau ihre Kunst »von einst« zu zeigen.
Kehl. Am schönsten Platz von Kehl, nämlich im Gelände der Landesgartenschau direkt am Rhein, wurden Besucher aus nah und fern ins urtümliche Mittelalter versetzt.
Viele liefen barfuß. Kurze Hosen oder leichte, tief dekolletierte Sommerkleider bei den Damen ließen die Hitze angenehmer erscheinen. Das Dorf der alten Handwerkskünste machte einen beschaulichen Eindruck. Hektik, Straßenlärm und Alltagslast schienen hier fern zu liegen.

Vor kleinen Hütten und Zelten ließen die Handwerker die Kunst des Bogenbaus, der Riemenschneiderei, der Weberei, der Zinngießerei und Schmuckherstellung wieder aufleben. Daneben gab es Flohfallen für Pelze, handgefertigte Pflanzenölseifen, Honigspezialitäten, Beerenschnäpse und nicht zu vergessen die Schaubäckerei, die ihre Kundschaft unter anderem mit interessanten Fladenspezialitäten überraschte. Ueber der Fressalienecke hing ein verlockender Curry- und Knoblauchduft. Je nach dem wo man sich gerade aufhielt.

Bei Harald und Inge lockte die Wegelagererpfanne für drei Silberlinge. Wilde Kartoffeln mit Kräutersoße - wer kann da schon nein sagen? Und wer möchte nicht die Dinkelcremesuppe nach dem Originalrezept der legendären Hildegard von Bingen probieren. Um sich hinterher vielleicht einen Tick gesünder zu fühlen? Wer könnte Bergkäse mit Feigensenf und Most aus Süß- und Sauerkirschen. Erdbeeren und Äpfeln widerstehen? Die Hersteller Harald und Inge vom Bodensee, die ganzjährig herumreisen »finden hier die Leute sehr nett - "und wir kommen wirklich viel rum". Auch die Besucher waren des Lobes voll.
Larissa Miller aus Kehl findet nicht nur die Landesgartenschau »wunder-bar« und nutzt ihre Dauerkarte so oft als möglich. Sie sagt: >>Ich liebe alles aus dem Mittelalter, weil es so urig ist.« Die Musik, die Gerüche, die schönen Waren, sie ist rundum begeistert. Dass es hier auch eine «Wahrsa-gerin gibt, macht für sie das Bild eines historischen Mittel-altermarktes komplett.

Aber nicht nur die Erwachsenen kamen auf ihre Kosten. Marionettenspiele, Zaubereien, Gaukeleien mit Max Xamax kamen für sie eben so gut an, wie Kinderschminken, Kinderarmbrustschießen. und mit einem Glücksschmied haben sie auch nicht alle Tage zu tun.
»Hast du schöne lange Beine«, sagt ein offensichtlicher Verehrer zur zwei Meter langen Stelzenfrau. die hier als Hexe Freya tourt. lind selbst auf das Bettelvolk mochte man hier nicht verzichten. So manche »Talerchen« landeten im Weidenkörbchen.
Sehr idyllisch wurde es bei Dunkelheit, als der Markt im Kerzenschein lag: eine Welt für sich, wahrhaft eine vielseitige Veranstaltung.